Gemeinsam mit unseren Kunden machen wir den Wasserverbrauch in ihren Gebäuden effizienter. Oft sind es kleine, praktische Schritte, die zusammen große Einsparungen bringen. Dabei beraten wir Sie. In diesem Artikel zeigen wir an einem konkreten Gebäude, wie diese Beratung aussehen kann.
Das Gebäude liegt in den Niederlanden. Es ist ein Wohnhaus für betreutes Wohnen mit 24 Wohnungen. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner hat eine eigene Küche und ein eigenes Bad. Außerdem gibt es mehrere Gemeinschaftsräume und zwei Büros.
Wie gut ein Standort abschneidet, bewerten wir mit unserem eigenen Water Efficiency Index (WEI). Der WEI zeigt, wie wassereffizient ein Gebäude im Vergleich zu ähnlichen Gebäuden ist. Vergeben werden 0 bis 100 Punkte. Dieses Gebäude kommt auf einen WEI von 10.
Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person in Deutschland lag 2021 bei 127 Liter Wasser pro Tag (Statista: 2022). Auf dieser Grundlage erwarten wir, dass diese Bewohner zusammen etwa 1.222.750 Liter pro Jahr verbrauchen. Dies sind 1222 m³.
Die Daten zeigen, dass etwa 65 % mehr Wasser verbraucht wurde als erwartet. Wir haben uns den Verbrauch pro Tag und pro Monat angesehen. Wir sehen, dass der Verbrauch relativ konstant ist und dass es keine größeren Ausreißer gibt, die diesen hohen jährlichen Verbrauch erklären würden. Der Fokus der Beratung liegt daher auf Anpassungen, die den Normalverbrauch reduzieren. Es gilt zu bedenken, dass es sich um einen Apartmentkomplex mit einer bestimmten Nutzung handelt. Die Bewohner dieser Anlage halten sich höchstwahrscheinlich öfter zu Hause auf als der durchschnittliche Bewohner.
Wir haben eine Reihe von Stichproben durchgeführt, um genauere Informationen zum Wasserverbrauch zu erhalten. Der Fokus lag dabei auf Wasserhähnen, Toiletten und Duschen. Alle Empfehlungen zielen darauf ab, Wasser zu sparen, ohne Kompromisse beim Komfort einzugehen.
Beratung zu Wasserhähnen
Um die Wassereffizienz zu erhöhen, empfehlen wir, die Perlatoren an allen Wasserhähnen auszutauschen. Dies ist ein Filter, der vom Wasserhahn abgenommen werden kann. Wassersparende Perlatoren lassen mehr Luft durch, sodass weniger Wasser während der Verwendung des Wasserhahns verbraucht wird. Natürlich kann nicht der gesamte Verbrauch eingespart werden. Perlatoren können aber mindestens 30 % des Leitungswassers einsparen. Das wären 3 % des Gesamtverbrauchs. Das sind 62 m³ pro Jahr.
Kosten für den Ersatz von Perlatoren
Perlatoren kosten durchschnittlich 5,50 € pro Stück (ohne Installation). Die Investition für 58 Wasserhähne beträgt somit 319 €. Bei einem Wasserkostenpreis von 1,05 € pro m³ beträgt die Amortisierungszeit 4,9 Jahre (basierend auf einer Mindesteinsparung von 62 m³ pro Jahr). Die Perlatoren halten mindestens 10 Jahre. Die Installation ist einfach und schnell.
Empfehlung zu Duschen
Die vorhandenen Duschen verbrauchen 10 bis 13 Liter pro Minute. Eine durchschnittliche Dusche dauert 9 Minuten, das sind 90 bis 117 Liter pro Duschgang. Mit neuen Duschköpfen lässt sich hier viel sparen.
Ein Spar-Duschkopf verbraucht im Schnitt 5,7 Liter pro Minute. Im Vergleich zu heute spart das 33 bis 60 Liter pro Duschgang. Duschen die Bewohnerinnen und Bewohner im Schnitt einmal am Tag, kommen so leicht 350 m³ Einsparung pro Jahr zusammen.
Austausch der Duschköpfe
Die neuen Duschköpfe kosten rund 607 € Material. Bei den aktuellen Wasserpreisen hat sich das nach etwa 1,65 Jahren amortisiert. Die Montage ist darin nicht enthalten. Bitte beachten Sie: Manchmal ist es sinnvoll, den Brauseschlauch gleich mit auszutauschen.
Empfehlung zu Toiletten
Da in diesem Gebäude Toiletten mit Unterputzspülkästen eingebaut sind, war keine genaue Messung möglich. Wir haben den Verbrauch deshalb anhand der Daten im Smartvatten-Portal geschätzt. Die vorhandene Geberit-Zweimengenspülung spart bereits Wasser, wenn die kleine Spültaste genutzt wird. Weitere Einsparungen sind bei der für die nächsten fünf Jahre geplanten Wartung möglich: Werden die Toiletten früher gewartet, ließen sich rund 3 bis 5 Liter pro Spülung sparen. In diesem Fall halten wir das aber nicht für wirtschaftlich.
Fazit
Mit weniger als 1.000 € Materialkosten lassen sich 412 m³ Wasser pro Jahr einsparen. Das sind 20 % des aktuellen Verbrauchs. Die Maßnahmen kann Ihr eigener Haustechnik-Service an einem Arbeitstag umsetzen. Wir erwarten, dass der Water Efficiency Index von 10 auf 35 bis 40 von 100 Punkten steigt.
Nach unseren CO₂-Berechnungen kann dieser Standort seine jährlichen Emissionen um 40 % senken. Da die Maßnahmen bei den Duschköpfen ansetzen, sinkt auch der Warmwasserverbrauch deutlich, und damit die Energiekosten. Bei den aktuellen Energiepreisen ist das ein wichtiger Hebel.


